Founders Stories

Founders Stories #11: perto

By Februar 3, 2021 Februar 11th, 2021 No Comments

Der perto Gründer Sebastian Schröer

Ich beschäftige mich seit dem Studium mit den Themen Energiewende und Klimaschutzpolitik. Irgendwann fiel mir auf, wie sehr der Fokus auf Strom liegt und wie wenig Beachtung der Wärmemarkt findet. Gebäude sind in Europa für circa 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der Großteil ergibt sich aus Raumwärme und Warmwasserbereitung. Wenn wir eine klimaneutrale Gesellschaft werden wollen, führt kein Weg an einer Wärmewende vorbei. Gleichzeitig liegt im Gebäudesektor enormes Potenzial brach, sowohl bei der Wärmeerzeugung, die überwiegend auf fossilen Energieträgern basiert, als auch bei der Energieeinsparung: In der Branche hat es in den vergangenen Jahren kaum substanzielle Innovationen gegeben. Die Digitalisierung ist ganz am Anfang. Ein Kleinwagen hat mehr Sensoren als ein durchschnittliches Gebäude und man schätzt, dass ca. die Hälfte der verbrauchten Energie Verschwendung ist.

Die Überlegung war einfach: Man muss unmoderne technische Geräte in Gebäuden finden, austauschen und online bringen, um Energie zu sparen und die Nutzungsqualität zu erhöhen. Da jedes Gebäude anders ist, benötigt man standardisierte Prozesse und niedrige Kosten, um eine Skalierbarkeit zu erreichen. Wir setzen daher auf vorhandene Mess- und Regelungstechnik in modernen Heizungspumpen, die Teil jeder Heizung sind. Wir nutzen also bestehende Infrastruktur. Das ist schnell und kostengünstig und ermöglicht auch alte und kleinere Gebäude online zu bringen.

Mit der von uns entwickelten IoT-Plattform können wir das Heizungssystem analysieren, steuern und somit optimieren. Inzwischen kennen wir uns sehr gut damit aus sodass die Aufschaltung weiterer Geräte problemlos funktioniert. Daher wollen wir bald auch andere Systeme wie Lüftung, Klimaanlagen und Beleuchtung in unsere IoT-Plattform integrieren. Am Ende geht es darum, das gesamte Gebäude intelligent zu steuern.

Ein früher Kunde war das Land Berlin, das auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt auf neue Lösungen gesetzt hat. Später kamen Kunden wie Vattenfall oder Pfizer dazu. Hilfreich bei der Umsetzung der Technologieentwicklung war auch ein Fördermittelprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums. Für die nötige Referenzen sorgten neben den erfolgreichen Projekten auch Preise wie der Deutsche TGA-Award oder der Innovationspreis Berlin Brandenburg.

Der Hauswärmesektor ist groß und träge, viele der Akteure sind sehr konservativ. Und dennoch lässt sich momentan eine Dynamik beobachten, die es in dem Bereich wahrscheinlich noch nie gegeben hat: Neue Technologien bahnen sich mit zunehmender Geschwindigkeit ihren Weg. Gebäude werden vernetzt und so Teil des Internets, was durch die voranschreitende Klimaschutzpolitik weiter beschleunigt wird.