Founders Stories

Founders Stories #6: SpotAR

By Dezember 17, 2020 No Comments

Die Idee, sich mit AR zu beschäftigen, wurde im Jahr 2011 geboren, als sich Dennis und Viktor im Keller der Universität Münster (WWU) nach vielen Jahren wiedertrafen. Beide hatten bereits großes Interesse an dieser Technik und stellten fest, dass sich hinter AR großes Potenzial verbirgt, der Markt aber noch nicht reif genug war. Man konnte dem Smartphone-Akku beim entleeren zuschauen (Samsung Galaxy S1). Mit den Kompetenzen vom angehenden Wirtschaftsinformatiker Viktor und der allgemeinen Informatik von Dennis ergänzten sich die Kindergartenfreunde gut. Dieses Interesse führte die beiden Studenten letztendlich in die Welt der Startup- und Techszene.

 

Die AR-Technologie rückte aber erstmal in den Hintergrund, als die beiden eine Booking-Plattform für DJs entwickelten. So konnten die Techies bereits erste Erfahrungen darin sammeln, etwas von Grund auf entstehen zu lassen. Mit der Zeit stieß auch der dritte Mitgründer – der ebenfalls Viktor heißt – hinzu.  Die Plattform namens gigbookr.com hat schnell zahlreiche DJs angezogen und viel positives Feedback erhalten. Zu diesem Zeitpunkt nahmen die Gründer zum ersten Mal die Schwierigkeiten des Betreiben einer Plattform und das „Henne/Ei“ Problem zu lösen, d. h. also alle Seiten eines Marktplatzes zu bedienen. So hat sich die Plattform relativ schnell als „Learning“ erwiesen und hat so bei der Entwicklung zukünftiger Produkte geholfen.

 

In der Zwischenzeit war Pokémon Go zu einem weltweiten Phänomen geworden. Die Jungs waren sich direkt einig, dass nun der richtige Zeitpunkt für AR gekommen war. Daher überlegten sie sich, wie man die Probleme des Einzelhandels verringern könnte: So wurde die Idee zu „SpotAR“ geboren. In dieser App werden mit Hilfe von AR alle Angebote in 360° auf dem Kamerabildschirm angezeigt. Darunter fallen z.B. Restaurants, Sehenswürdigkeit aber auch lokale Angebote, die von Einzelhändlern über ein eigens entwickeltes CMS eingestellt werden können.  Allerdings fiel schnell auf, dass auch der Einzelhandel noch nicht wirklich reif für diese Technologie ist. Auch Investoren glauben nicht daran: „In den Einzelhandel zu investieren ist wie ein Ticket auf der sinkenden Titanic zu verteilen“. In einem Pilotprojekt des Tourismus-Marketings der Stadt Soest sollte die Möglichkeiten Tourismus mit AR-Technologie zu verknüpfen getestet werden. Die Gründer entwickelten daraufhin die App „SpotAR“. Das Resultat: Ein neues Geschäftsmodell und die Eröffnung eines ganz unbekannten Marktes. Digitale Stadtführungen mit AR als „App-as-a-Service“ Modell für Städte und touristische Regionen. Kurz darauf und nach einigen Pitches auf Startup-Veranstaltungen konnten sie weitere Kunden, wie beispielsweise die Stadt Lübeck, gewinnen.

 

Nach einiger Zeit entwickelten sich aus den digitalen Stadtführungen „AR-Erlebnisse“, die zum Beispiel zeigen wie eine Stadt im Mittelalter ausgesehen hat. Außerdem wurde nach über zwei Jahren Wartezeit und bürokratischen Hürden die Zusage für ein Förderprojekt im Rahmen „digitale Modellkommune Soest“ zugesagt. Das Startup, welches sich zu Beginn nur im Bootstrap-Verfahren aufgebaut hat, konnte nun erste Mitarbeiter*innen anstellen: Unter anderen einen 3D-Artist, welcher die Rekonstruktionen gestaltet und die Augmented-Reality-Szenen kreiert. Dies geschieht mit Hilfe von Daten aus dem Archiv und früheren Aufzeichnungen.

 

Anfang 2020 waren die Gründer auf einem sechswöchigen „Startup-Retreat-Programm“ auf der Insel Madeira. Dort wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, in einem Coaching- und Mentoring-Programm das Geschäftsmodell noch einmal zu optimieren und zu networken. Dabei dauerte es nicht lang, bis auch die Heimatinsel von Christiano Ronaldo überzeugt wurde, ein Produkt von SpotAR anzufragen. Neben dem Madeira Startup-Retreat unterstützten uns zudem die Founders Foundation und das Team von Vodafone UPLIFT.

Mitgründer Viktor Waal und Alexander Leenen von Vodafone auf dem Vodafone Global Summit 2020 in London wo SpotAR die Möglichkeit hatte, ihre Lösung zu präsentieren.

Mit Einbruch des Lockdowns wurden allerdings besonders Projekte in der gesamten Tourismus-Industrie zum Erliegen gebracht. Das Startup musste sich also neue Geschäftsmodelle überlegen: Nach einem Gespräch mit einem Freund aus der Gastronomie und in Anbetracht der derzeitigen Problematik der Registrierung während eines Restaurantaufenthaltes, begannen Sie mit der Entwicklung einer Lösung zur digitalen Gastdatenerfassung per QR-Code. Schon vor Ende des Lockdowns war bekannt, dass Gastdaten zur Infektionskettenverfolgung aufgenommen werden müssen. Es wurde schnell gehandelt: Ein Prototyp wurde bereits vor Ende des 1. Lockdowns entwickelt und auch direkt gelauncht. Innerhalb von Stunden meldeten sich die ersten Gastronom*innen auf der Plattform an, um die Lösung auch im eigenen Betrieb umzusetzen.

Unsere derzeitigen Projekte im Überblick:

Problem: Tourismus Management und Datengenerierung

Lösung: AR-Plattform um eigene digitale Stadtführungen zu kreieren und so Stadt Geschichte auf eine neue Art und Weise zu erzählen. Gekoppelt mit einem Content-Management System, um Inhalte stets aktualisieren und neu hinzufügen zu können. Darüber hinaus wichtige Erkenntnisse und relevante Daten zu generieren umso das touristische Erlebnis in der Stadt noch besser zu gestalten.

Problem: Zettelwirtschaft und hoher Aufwand der Rückverfolgung für Gesundheitsämter

Lösung: Digitale Gastdatenerfassung per QR-Code und sichere Ablage auf unserem GastIdent Service. Der Service ist so konzipiert, dass die Daten nach 4 Wochen automatisch gelöscht werden und nach DSGVO dem Gastronomen übersichtlich zur Verfügung gestellt werden.

Problem: Besuchsdatenerfassung und Personalscreening

Lösung: Digitale Erfassung und CoV-SARS2 Symptom Screening durch ein digitales Formular